Kleines Weinguide


Die Stufen des Genusses:


Auf dem Etikett müssen alle Weine Farbe bekennen. Für die österreichischen Provenienzen gibt es strenge gesetzliche Vorschriften:

 

Tafelwein: leichter süffiger Wein, meist in 1l oder 2l Flaschen abgefüllt

Landwein: Tafelwein, dessen Trauben aus einer Anbauregion stammen.

Qualitätswein: staatlich geprüfter sortentypischer Wein aus einer zugelassenen Qualitätsweinsorte.

Kabinettwein: Qualitätsweine mit strengeren Anforderungen

Prädikatsweine:

a) Spätlese: Wird im voll reifen Zustand geerntet.

b) Auslese: Alle nicht Vollreifen Trauben einer Spätlese werden "ausgelesen".

c) Eiswein: Wird aus Trauben gekeltert die bei der Lese gefroren waren.

d) Beerenauslese: Auslese aus überreifen und edel faulen Trauben.

e) Ausbruch: Beerenauslese aus natürlich eingetrockneten Beeren.

f) Trockenbeerenauslese: Beerenauslese aus edel faulen, rosinenartig eingeschrumpften Beeren.

 

 

 

Wein muß atmen:

Bevor man gewisse Weine genießen kann, sollte man sie vorher Luft schnuppern lassen - also die Flasche entkorken und offen stehen lassen. Dies gilt vor allem für schwere Rotweine, die sich dadurch abrunden und geschmeidiger werden. Die harten Gerbstoffe werden durch das "Atmen des Weines" - der Kontakt mit der Luft verändert die chemische Tanninstruktur - weicher. Das "Lüften" dauert in der Regel 12-24 Stunden.

 

 

 

Die Größe des Alters


Guter Wein muß auch gut gelagert sein. Nur so kann er in Ruhe altern und dabei seine ganze Größe entfalten. Denn auch in der Flasche reift Wein weiter.

 

Für die Lagerung eignen sich vor allem:

  • Qualitätswein
  • Kabinettwein
  • Auslese
  • Eiswein
  • Beerenauslese
  • Trockenbeerenauslese

lm Laufe der Lagerung wird das Bukett reicher und die Farbe dunkler.

 

 

Tips für die Weinlagerung:

Die ideale Lagertemperatur beträgt 8-l2°C. Zu hohe oder zu niedrige Temperaturen können zu Trübung und Weinsteinbildung führen.

Der Weinkeller soll geruchsfrei sei, denn auch Flaschenwein nimmt Fremdgeruch an.

Die Flaschen müssen unbedingt liegend gelagert werden, um ein Austrocknen des Korkens zu verhindern. Für die Lagerzeit gilt grundsätzlich: je süßer und stärker der Wein, desto länger kann er gelagert werden.

 

Alles eine Frage der Temperatur

Jeder Wein hat ein Geheimnis - es ist sein ganz spezieller Charakter und sein unverwechselbarer Geschmack, das er nur denjenigen preisgibt, die es verstehen, es zu erschließen. Ein Weg, dem Wein sein Geheimnis abzuringen, ist das Wissen um die richtige Trinktemperatur.

Trockene Weißweine: 6-8°C
Süße Weißweine: 6-8°C
Champagner und Sekt: 4-6°C
Roséweine: 8-10°C
Leichte Rotweine: 12-14°C
Schwere Rotweine: I5-18°C

Im allgemeinen gilt die Regel: jüngere Weine trinkt man kühler als ältere Jahrgänge

 

 

Sprechen Sie mit Ihrem Wein

Weinkenner geraten beim Genuß eines guten Tropfens, gerne ins Schwärmen Um in solchen Momenten ihre Bewunderung zum Ausdruck zu bringen, begnügen sie sich aber nicht mit Urlauten, wie ohhh, aahhh oder mhmm. Sie haben im Lauf der Zeit ein eigenes Vokabular entwickelt, das den Charakter des Weines und die Empfindung, die er auf erfahrenem Gaumen auslöst, ganz genau beschreiben kann.

blumig: fruchtig, lieblicher Duft
duftig: elegante, leichte Blume elegant: harmonisch ausgewogen
Extrakt: Stoffe, die beim Verdampfen eines Weines zurückbleiben: Zucker, Säuren, Mineralien, Gerbstoff usw.
fein: von guter Qualität, vornehm
fruchtig: erinnert im Geschmack an die jeweilige Traubensorte
gehaltvoll: groß und körperreich, mit ausgeprägtem Geschmack
halbtrocken: Weine mit ca. 4g bis 9g Restzucker
harmonisch: optimal ausgewogen gen
herb: gerbstoffreicher Wein
kräftig: alkohol- und körperreich, von einer angenehmen Säure
Ausstich: der beste Wein im Keller
leicht: alkohol- und extraktarm
mild: säurearm
pfeffrig: pfeffriger Geschmack, der oft bei hochwertigem Grünem Veltliner auftritt
rassig: angenehm erfrischende Säure bei kräftigen Weinen
Restsüße: Zuckeranteil, der nach der Gärung im Wein zurückbleibt
samtig: rund und ausgewogen, ohne eigentliche härte
süffig: harmonisch, leichter Wein, der sich gut trinken lässt
trocken: Wein mit geringer Restsüße bei dem der Zuckergehalt weitgehend vergoren ist
schwer: alkoholreich mit harmonischem Extrakt
stahlig: säurereich, trocken
Säure: eine der grundlegenden Geschmackskomponenten des Weines. Sie bringt Spritzigkeit, Lebendigkeit, aber auch Schärfe in den Wein
spritzig: kohlensäurehaltiger Wein
voll: Wein mit vielen harmonischen Geschmacksnuancen
vollmundig: Eigenschaft edler Weine mit vielfältigen Geruchs- und Geschmacksnuancen. Süße, Säure, Gerbstoff und Alkohol sind harmonisch aufeinander abgestimmt
würzig: charakteristischer, oft sortenbedingter Geruch und Geschmack von Weinen, etwa beim Gewürztraminer. So haben Weine manchmal ein Aroma das an Pfeffer, Nelken oder Zimt erinnert

 

 

 

Des Weines Seelenforscher

Wein zu verkosten, zu beurteilen und seine "Seele zu ergründen" ist eine hohe Kunst. Auch wenn es nicht immer danach aussieht.

Man schnüffelt den Wein, beißt ihn und spuckt ihn dann letztendlich noch aus. Die Hintergründe dieses barbarischen Rituals, bei dem es oft um das Sein oder Nichtsein ganzer Weingüter geht, hat seinen Ursprung in der Weinformel des römischen Dichters Horaz. Seine C.O.S. Formel hat bis heute ihre Funktion bewahrt.

Color: Beurteilung des Aussehens nach Farbe und Klarheit.
Odor: Beurteilung des Geruchs.
Sapor: Beurteilung des Geschmacks.

 

Zur fachgerechten Verkostung eines Weines verwendet man ein farbloses Weinglas ohne jegliche Verzierungen und füllt es zu einem Drittel voll. Es wird dabei am Stiel gehalten.Um die Farbe des Weines zu prüfen, hält man es gegen das Licht. Danach schwenkt man das Glas und bringt so den Wein mit mehr Luft in Berührung. Anschließend führt man es zur Nase und nimmt so das freigesetzte Aroma wahr. Bei der Beurteilung des Geschmacks nimmt man einen kleinen Schluck in den Mund, saugt noch ein bißchen Luft ein, um die Duftstoffe zu entfalten und bringt den Wein durch kauende Bewegungen "beißen" - mit allen Geschmackspapillen in Berührung. Wenn man nicht professionell verkostet und noch weitere Weine beurteilen muß, kann man jetzt den Wein genießen.

 

 

 

Das Instrument des Genusses

Nur mit einem richtig geformten Glas kann guter Wein sein volles Aroma und seinen ganzen Geschmack am Gaumen entwickeln. Dabei kommt es auf das richtige Zusammenspiel zwischen dem Charakter des Weines und den Geschmackszonen der Zunge an. Beim Entwurf des Glases muß berücksichtigt werden, daß die Zungenspitze sauer schmeckt, der gesamte Zungenrand süß und das Zungenende Salz- und Bitterstoffe wahrnimmt.

 

Rotweingläser

Um den Duft besonderer Rotweine voll zur Geltung zu bringen, haben Rotweingläser einen großen Kelch mit einem langen Stiel. Durch die größere Oberfläche kommt der Wein mit mehr Luft in Berührung, was die Entfaltung der Geruchsstoffe begünstigt.

 

Weißweingläser

Da Weißweine kühl getrunken werden, haben die Gläser weniger Inhalt als bei Rotwein. So wird verhindert, daß der Wein im Glas warm wird.

 

Roséweingläser

Ihrem Charakter als junge, frische und spritzige Weine entsprechend, ist die Kelchform der Roséweingläser leicht ausgestellt.

 

Champagner- und Sektgläser

Die Sektflöte behält die Kohlensäure länger im Glas. Sie ist daher geeigneter als die Sektschale, bei der das Perlen zu schnell verlorengeht.

 

Sherry-Glas

Ideal ist das "Südweinglas" mit leicht eingezogenem Rand und hohem Fuß.